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Villingen-Schwenningen, Hochschule für Polizei Baden-Württemberg, Neubau Büro- und Seminargebäude

Bild: Eingangsseite

Bild: Innenhof

Bild: Flur

Bild: Seminar
Fotos:
Wolfram Janzer, Stuttgart
    

 

  

Beschreibung

In Villingen-Schwenningen besteht seit 1979 eine Fachhochschule. Die Hochschule für Polizei ist seit der Polizeistrukturreform 2014 für die gesamte Ausbildung der Polizei in Baden-Württemberg zuständig und bündelt zahlreiche polizeispezifische Aufgaben unter einem Dach. Im Rahmen der Einstellungsoffensive der Polizei 2017 kommt es an sämtlichen Ausbildungs- und Hochschulstandorten zu personellen Erweiterungen. Am Hauptstandort in Villingen-Schwenningen bedeutet dies eine Personalentwicklung von 850 auf bis zu 1.700 Studierenden. Die Folge sind umfangreiche Erweiterungen und Umstrukturierungen in und an den Bestandsgebäuden auf dem Hochschulcampus.

Dies betrifft die Erweiterung von Mensa, Raumschieß­anlage und Parkierung, sowie den Neubau eines Büro- und Seminargebäudes im östlichen Teil des Campus. Die Baumaßnahmen an der Mensa und der Raum­schießanlage erfolgten in konventioneller Bauweise und Ausschreibung. Optimiert werden mussten diese Maßnahmen hinsichtlich der Anforderung »Bauen bei laufendem Betrieb«. Um auch einen zügigen Bauab­lauf bei der höchstpriorisierten Neubaumaßnahme zu gewährleisten und um dessen Fertigstellung zielsicher und nachhaltig zu erreichen, erfolgte frühzeitig die Festlegung dreier Rahmenbedingungen. Zum ersten die Wahl der Baukonstruktion: Modulbauweise, zum zweiten die Wahl des Baumaterials: Holz und zum dritten die Wahl des Wettbewerbsverfahrens: Offenes Verfahren als Generalunternehmerleistung.

Wo früher Tennis gespielt wurde, steht nun ein dreige­schossiger Neubau. In der Summe 120 Module, den Raumanforderungen konstruktiv angepasst, teilvorgefertigt in 48 Büro-, 47 Hörsaal- und 25 Raummodulen. Aufeinandergestapelt ein Bauwerk von rund 60 mal 30 mal 11 Metern. Eingebettet in die Hanglandschaft betritt man das Gebäude von Norden her über eine Brücke auf der mittleren Ebene und begibt sich nach unten oder nach oben. Nach unten zum Hanggeschoß und hinaus in den ruhigen Innenhof, nach oben, wo der Ausblick über den Campus am schönsten ist. Die Hörsaalspange im nördlichen und die Bürospange im südlichen Teil. Dazwischen, gruppiert um den Innenhof, Haupterschließung und Besprechungsräume, sowie die erforderlichen Funktions- und Nebenräume.

Alle tragenden Wände, Böden und Decken sind in Brettsperrholz ausgeführt, sichtbar in Weißtanne und teilweise verkleidet mit Vorsatzschalen in changierenden Weißtönen. Außenwände mit Holz-Aluminium-Fenstern, textilen Screens und einer hinterlüfteten Holzlamellen­fassade aus Weißtanne. Am Boden schwarzer Linoleum, an der Decke abge­hängte Elemente, die die umfangreiche Gebäudetech­nik aufräumen. Die Büroräume bekommen natürliches Licht und Luft, die Seminarräume erhalten zusätzlich mechanische Lüftung. Hier treffen zwei Bauaufgaben aufeinander: Hochschule und Polizei. Die nutzungsspezifische Ausstattung eines Hochschulgebäudes mit den sicherheitstechnischen Anforderungen eines Polizeidienstgebäudes. Nicht nur in seiner Materialität, auch in seiner Farbigkeit fügt sich der Neubau ganz selbstverständlich neben dem aus­drucksstarken Gebäudebestand aus den 80er Jahren ein. Hier liegen auch Sport, Einsatztraining, Mensa und Wohnen direkt nebeneinander auf dem gesicherten Hochschulcampus. Errichtet mit einer Passivhaushülle und Photovoltaik auf der Dachfläche, übertrifft der Neubau die Vorgaben der ENEV 2016 und erfüllt das EEWärmeG 2011. Die Transporte der einzelnen Holzmodule, davon sechs je Fahrzeug, erfolgten auf Schwerlasttransportern nur nachts über die Autobahn, und diese passenderweise mit »Begleitschutz« durch die Polizei.

 
Projektdaten

Bauherr:
Land Baden-Württemberg, vertreten durch den Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Konstanz

Architekt:
Michel und Wolf Architekten, Stuttgart

Technische Ausrüstung:

Heizung, Lüftung, Sanitär:
Ingenieurbüro André E. Schwarz

Elektro:
Müller & Bleher Filderstadt GmbH & Co. KG

Tragwerksplanung:
merz kley partner GmbH

Gesamtbaukosten:
Altbau: 18,3 Mio. €
Bauzeit:
4/2019 - 9/2020

Flyer


 
 

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